Tuesday, October 24, 2017
 

BHB14 – mehr Balla geht nicht!

TEAM ELITE

TEAM ELITE

Was über Monate nur ein roter Kringel im Kalender war, sollte jetzt unaufhaltsam Gestalt annehmen: Die Münnerstädter Hölle! Aufstellung am Start und vor uns 26 km über Stock und Stein, durch Wasser und Schlamm, über Strohballen, unter Netzen und Stromdrähten hindurch. Alles ist bereit für einen neuen Spezialeinsatz des Team Elite!

Da wir 2013 mit 5:31:42 nur eine halbe Stunde zu spät ins Ziel kamen, wollten wir das dieses Jahr bei mutmaßlich zwei km längerer Strecke unbedingt auch wieder schaffen. Natürlich bei weiter optimierter Kameratechnik, die bei einer Gesamtkamerazahl von diesmal 8 lediglich einen Akkuwechsel erforderlich machte. Ob wir erneut 3D Material produzieren können, wird sich noch zeigen müssen.

Am Abend zuvor hatten wir jedenfalls bei einem gemeinsamen Pastadoping mit Mitgliedern der Racing Cops vs. Gefahr aus dem Süden eine kohlenhydratreiche Grundlage gelegt, also nicht nur für das 3D Filmen, auch für’s Durchkommen. Redeten wir uns jedenfalls ein.

Killing Drill downhill

Killing Drill downhill

Nun sollte sich zeigen, ob unsere konsequente Vorbereitung Früchte tragen würde. Der Teameinlauf mit den Racingcops zusammen wäre auch gut als Catwalk durchgegangen, wäre da nicht das gemeinsame PushUp-Pumpen im strammen Takt von Marc Schwalbers Trillerpfeife gewesen, dass uns auf den Ernst der kommenden Herausforderung einstimmte.

Lauercrossing 1

Lauercrossing 1

Beim Hinknien, dem Gelöbnis des Masterchiefs und dem langen, laaaaangen Warten bis zum 1., 2., 3, 4., 5., 6. und endlich 7. Startblock war alles noch wie immer. Erst nach der Ehrenrunde im Stadion zeigten sich die ersten Veränderungen:

Die sehr lange Wartephase hatte ein ganz besonderes Hindernis geschaffen, das in keinem Streckenplan zu finden war: kollektives Wasserlassen an der Abbruchkante vor dem Killing Drill – ein Vergnügen, welches sich in unserer Ballakluft natürlich vollständig verbot und den Druck nach dem ersten Downhill in der Uphillphase nur unnötig geschwächt hätte.

laser fog

laser fog

Die neue Laufschleife nach Althausen kannten wir ja schon vom letzten Mal und waren heilfroh, als das geliebte Lauerwasser nach dem ungewohnten Frühanstieg uns nun endlich wieder wohlig kühlte. Das tat es übrigens noch einige Male. Auf unseren altbekannten Hangman mussten wir aber noch warten, diese kraftzehrende Hangel-Prüfung hatte der hinterhältige Masterchief an einen Punkt größerer Erschöpfung geschoben und so liefen wir voll freudiger Erwartung dem Hexenkessel von Münnerstadt entgegen.

Doch davor hatten die Streckengötter wieder den Nebel des Grauens gesetzt, der das kalte Herz der Lauer undurchsichtig verbarg.

Drill-Sergeant

Drill-Sergeant

Modernstes Lasertracking erlaubte es uns auch bei dieser Querung sicher im Verband zu bleiben, bis wir uns unter schönster Frühlingssonne im ersten Kriechhindernis den Münnerstädter Boden endlich wieder aus nächster Nähe anschauen durften.

Damit die Bodenschau auch wirklich gründlich vorgenommen wurde, hatte der Veranstalter – oder sonstjemand? – drei militärisch gewandete Drillsergeants importiert, die uns Läufer lautstark motivierten, die Köpfe tief unten zu halten und möglichst schnell an ihnen vorbeizugleiten – Stauverhinderung mal ganz anders.

in Mürscht

in Mürscht

Nach der obligatorischen Strohballerei führte die Strecke dann erstmals in das schnuckelige Zentrum von Braveheartcity. Hohe Türme, enge Gassen und verschlungene Wege führten uns immer tiefer ins Herz unserer Gastgeberstadt, bis uns schließlich auf dem Marktplatz ein paar eigens aufgestellte Tauchbecken zur Erfrischung in mittelalterlichem Ambiente einluden.

Eine Einladung, der wir unter den begeisterten Augen der Eingeborenen nur zu gerne nachkamen und uns solchermaßen motiviert beherzt über das zweite Stadthindernis hinüberschwangen. Damit ging es zurück ins hindernisgespickte Mudrunnerleben.

High voltage fake

High voltage fake

Da war zunächst ein  stromloser „High Voltage“-Strohballenkriechgang, dann eine Bretterwand, dann noch mal kurzgeschlossene Stromballen, ein kurzes Lauercrossing und endlich der gefürchtete Hangman. Hängt ihn höher schien diesmal die Devise, was mir das Aufschwingen der Beine stark erschwerte und nach kurzer Freihangelphase zu einem unerwartet abrupten Abgang in die Lauerfluten führte, deren Strömung ich mich nur schwerlich wieder entreißen konnte.

Schaumwaschgang

Schaumwaschgang

Die Kameraden hatten etwas mehr Fortune, kamen aber letztlich auch zu ihrer Lauervorwäsche, so dass wir vereint und vollgewässert den nagelneuen Schaumwaschgang mit maximaler Reinigungsleistung absolvieren konnten und somit nicht nur sauber, sondern rein in den Hauptwaschgang des Battles einfuhren: die gefürchteten Lanopfields, lästig rutschigen Matschlöchern.

Um sämtlichen Beschwerden nach unzureichender Härte aus dem Weg zu gehen, hatte der Masterchief die mittlere Grubentiefe und Wandsteilheit gegenüber dem letzten Mal spürbar erhöht. Nicht nur uns beschlich in der ersten Grube nach den ersten erfolglosen Aufstiegsversuchen das düstere Gefühl, vielleicht den Rest des Battles hier lebendig begraben… Doch nein, für das TEAM ELITE kam nun der Augenblick, dem TEAM in seinem Namen Ehre zu machen.

Ballas im Dreck

Ballas im Dreck

Und so schoben und drückten und stemmten und hoben wir, wen immer wir vor uns hatten, nach oben und erfuhren die gleiche Hilfe von allen anderen, die nach uns kamen und vor uns wieder Halt hatten. Und wie schon die letzten Jahre lebte es hier wieder auf, das universelle Kameradschaftsgefühl echter Bravehearts, die gerne viele Minuten Laufzeit dafür gaben, ihren unbekannten Brüdern und Schwestern über die schwersten Hindernisse mit einem beherzten Lächeln hinwegzuhelfen.

Help!

Help!

Fünf solcher Moralbooster später waren wir zwar körperlich eine Entsaftungsstufe weiter aber moralisch wieder ganz oben, nun konnte uns der Michaelsberg nicht mehr schrecken. Und tatsächlich, mein ausgiebiges Bergtraining zeigte hier durchaus Wirkung, das Flachlandtraining meiner Kameraden allerdings auch, so dass ich Gelegenheit hatte, ihren Kampf mit dem Berg der Nachwelt in allen Details zu erhalten…
Die Bergwertung hatte heuer etwas geradezu Kontemplatives an sich. Statt lautem wummernden Bässen begrüsste uns der Mystic-Mountain mit romantischer Stille und warmer Frühlingsluft. Wieder im Tal waren wir dann Teil einer schier endlosen Karavane zur eigentlichen Pilgerstätte des Bravehearts, dem eisig kalten Loch Ness.

Am Loch

Am Loch

Ach ja die ersten Wasserkontakte in warmer Frühlingsluft waren ja noch so beschaulich, freundliche Menschen überall, Pickniker luden zur Stärkung ein – Idylle überall… Und fast wie von alleine trugen uns die Füße bis zur Schlammrutsche und dort auf dem Allerwertesten ins nächste nasse Vergnügen… hei wie das sauste… siiiit…

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRGGGg AAuu, was für ein böses Erwachen, als sich kurz nach dem Passieren der Wasserlinie ein ziemlich spitzer Stein meinem Steißbein – und meinen daran angeflanschten, auf Maxspeed beschleunigten 100 kg Körpergewicht – in den Gleitweg stellte und uns schlagartig zum Stehen brachte.

Gottlob war Kühlwasser im Überfluss vorhanden, und nach den ersten 10m das erste Tauchhindernis fest im Blick, entwich sowieso sämtliches Gefühl aus meinen oberen Hautschichten – ich hätte nie gedacht, dass ich die Kälte dieses Schicksalsteiches mal so schätzen würde.

Und schon waren die ersten Boote in Greifnähe.

Loch Ness

Loch Ness

Im Gegensatz zum letzten Mal ruhten sie nun, einem Fels in der Brandung gleich, sicher und fest verzurrt auf dem Wasser. Und so ließen sie nur einem Weg zu: den Tauchgang. Kompliment an den Hindernisbauer: alle Ungeübten konnten sich an den Booten vor dem ersten Tauchgang noch mal festhalten und ihren Mut sammeln, bevor sie ihr Schicksal in den eisigen Fluten auf die Probe stellten. Auch war der Grund für die meisten noch erreichbar, so dass sich die mentale Belastung in Grenzen hielt. Rein körperlich war es aber wie immer: furchtbar kalt. Der Moment des Untertauchens schockfrostet das Gehirn – andernfalls könnte wohl der Gedanke aufkommen, warum man sich das überhaupt antut…

Beim zweiten Tauchgang konnte man sich dann beweisen, dass man doch das Zeug zum Helden hat und an der breitesten Stelle die Bootsrümpfe sang- und klanglos aus dem Schwimmen heraus unterqueren. Und dann kam es doch noch – das Schwimmen. Das anstrengendste war dabei mit Abstand, den Rettungsschwimmern während dem Schwimmen klar zu machen, dass die Langsamkeit des eigenen Vorankommens unserer Einsatzausrüstung geschuldet war – und wir dieses mal ihre gutgemeinten Rettungsangebote nicht in Anspruch nehmen sondern uns mit eigener Kraft ans Ufer kämpfen wollten. Und tatsächlich – irgendwie kamen wir an!

Kriechglück

Kriechglück

So konnten wir uns nun beim nächsten Kriechhindernis wieder wunderbar aufwärmen. Doch langweilig wurde es deshalb trotzdem nicht: Zum einen riss die kunstvoll verästelte Vergitterung dieser Krabbelbahn eine Kamera vom Helm unseres Chiefs – Dank an den hochkonzentrierten Nachgleiter der sie prompt einsammelte! Zum anderen trafen wir am Ende unseres Kampfes mit dem reichenbacher Luxusschlick auf das Kameraobjektiv unseres treuen Fotografen Klaus, der für diesen Lauf eigentlich verhindert war, es aber ohne unser Wissen auf den letzten Drücker doch noch geschafft hatte und uns wieder mal geniale Impressionen bescherte, die unsere volle Begeisterung bis in jedes Pixel brachte. Danke auch dafür!

Nach diesem Moralbooster konnten wir auch körperlich und kameratechnisch unsere Akkus am Teestand wieder aufladen bzw. auswechseln und uns dann auf den langen Rückweg machen. Leider war die Feuerwand bei unserem Passieren kaum noch funktionsfähig und die Autowracks vom letzten Mal auch verschwunden, so dass nur noch gleißende Nachmittagssonne zu unserer Wiederaufheizung beitrug. Bauer Eddys Stallrutsche und seine legendäre

Isolator-Wear battleproof

Isolator-Wear battleproof

Bravetellaverköstigung gab uns dann aber den nötigen Kick, den wir für die massiv verschärfte Wendelpower brauchten. Dieses Kriechhinderniss setzte die müden Waden nun gehörig unter Strom, hier stand nicht nur “Vorsicht Strom” dran, hier war auch echt High-Voltage drin bzw. drüber. Also… bzw… ähh… das haben uns jedenfalls die neben uns aufwärts kriechenden Menschen mehr oder weniger freiwillig mitgeteilt, die ihre Körperpanzerung aus unerfindlichen Gründen zu Hause liegen gelassen hatten und immer wieder von heftigen Stößen gepeinigt wurden. Wenn auch sonst unsere Ballamontour dem Fortkommen eher hinderlich entgegenstand, so spielte sie hier ihr volles Potential aus und ließ uns schockfrei das mit Abstand längste und steilste Kriechhindernis erklimmen – really battleproof. Erschöpft waren wir am Ende trotzdem.

Endglück

Endglück

Der wie gewohnt zähe Rückweg mündete nun wieder in den Lanopfields, die diesmal aber – oh Schreck – leer zu sein schienen! Doch gottlob, nach dem ersten Wall stellten sich unsere Zurückbleibensängste als grundlos heraus und wir konnten wieder den gemeinschaftlichen Helferkomplex zelibrieren. Leider war im darauf folgenden Reinigungsbereich das Waschmittel ausgegangen, so dass wir auf die chemische Reinigung ausgerechnet dort verzichten mussten, wo wir sie am nötigsten gebraucht hätten – eine unglaubliche Sauerei! Und so mussten wir mit total vermatschten Händen in den Hangman, mit denen wir nun erst recht keine Chance mehr hatten. Statt einem unsanftem Absturz über Grund, gaben wir nach ein paar erfolglosen Greifversuchen daher dann doch dem freiwilligen Spülwaschgang in der Lauer den Vorzug und gelangten so doch wenigstens eingermaßen vorgewaschen in den finalen Hindernisparcours.

Aus unerfindlichen Gründen erschien uns der Heuballenparcours nun doppelt so lang wie auf dem Hinweg – oder hatte ein ominöses Kraftfeld auf dem Berg unsere Energie abgesaugt? Und statt dem vergnüglichen Schaulaufen in good old Münnerstadt, küsste uns nun ständig eine lästige (k)alte Bekannte: die Lauer – irgendwie war sie nun viel kälter geworden, daran konnte auch ein Schnellaufwärmen im Reifenhindernis nichts mehr ändern.

Zieleinlauf

Zieleinlauf

Wie gut, dass der Masterchief den staulastigen Trampelpfad vom letzten Mal gegen ein erneutes Up-Down-Up im Killing-Drill ausgetauscht hatte. Das zog einem zwar die letzten Reserven aus den Waden, brachte uns aber wieder wohlige Wärme zurück – und etwas Warmes braucht der Mensch. Zu meiner großen Bergläuferschande muss ich aber gestehen, dass mir meine Flachlandkameraden auf diesem letzten Anstieg doch noch davon gelaufen sind und mich erst kurz vor dem Zieleinlauf noch abpassten (oh diese Schande!!!), so dass wir schließlich wieder glücklich vereint das Ziel mit emporgereckten Händen durchlaufen konnten.

Doch letztlich haben sich unsere Mühen auch in sportlicher Hinsicht wieder voll ausgezahlt:
Durch unmenschlichen Trainingsaufwand und ausgetüfteltes Equipment konnten wir die Vorjahresmarke trotz der verlängerten Strecke mit 5:31:01 um wahnsinnige 41 Sekunden unterbieten und somit als TEAM ELITE wieder die Stärke zeigen, die man zurecht von Einsatzkräften erwartet, die balla-balla auf ihren Rüstungen stehen haben. Gut, im Zeitlimit waren wir dennoch nicht, aber interessiert das wirklich, wenn man einen an der Waffel hat?

Mehr Balla geht nicht!

 

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