Tuesday, October 24, 2017
 

Getting Tough The Race 2 – Balla-Quartett in Deutschlands kaltem Herzen

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Quick Balla bei Tauchtraining

Balla-Balla.org war ja immer schon ein Multigenerationenprojekt mit Chief in den 30ern, Big in den 40ern und Doc in den 50ern. Für GettingTough TheRace 2013 ist es uns nun gelungen, auch für die Twens was zu bieten und mit unserem neuen Hoffnungsträger Quick Balla nun auch einen 27-jährigen Bekloppten in unseren Reihen begrüßen zu können.

Ohne jegliche Berührungsängste lies er sich in die ballatypische Kluft stecken und in mehreren Trainingsläufen willig durch Matsch, Dreck, Bäche, Bergwälder und sogar Seen treiben. Nachdem er in voller Montour bei 4° Wassertemperatur sogar noch eine Tauchstrecke absolviert hatte war klar, dass unser Neuzugang uns bei GettingTough keine Schande machen würde.

Quick Balla

Quick Balla

Solchermaßen vorbereitet machten wir uns zuversichtlich auf die Reise nach Rudolstadt. Mit dabei war wieder unser bewährter Fotograf Klaus und Afghanistanveteran Sven, der sich aber verständlicher Weise mit seinen Kameraden vom Bund Deutscher Veteranen durch die Hölle von Rudolstadt kämpfen wollte.

Als geradezu geniale Unterkunft stellte sich der Fitnessclub InJoy in Rudolstadt heraus, der seine Gymnastikhalle als Schlafquartier zur Verfügung stellte und uns am nächsten Morgen ein Top Frühstücksbuffet auftischte, mit allem, was der Mudrunner braucht. Absolutes Highlight: Die Saunanutzung auch nach dem Rennen!!! Ein Bustransfer zum Festgelände war auch organisiert und das Plaudern mit den anderen Läufern in dieser fast privaten Atmosphäre brachte viele neue Freunde, die wir dann auch beim Lauf und hinterher wieder trafen. Einen besseren Botschafter für die Gastfreundlichkeit von Rudolstadt können wir uns nicht vorstellen – ehrlich!

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Chief und Doc vor dem Start

Trotz später Ankunft schauten wir natürlich noch beim Festzelt vorbei, um vielleicht doch noch unsere Startnummern zu bekommen und natürlich unsere anderen Ballabrüder Chief und Doc zu treffen.

Beides klappte – die einzige Unklarheit war noch, ob man denn beim Rennen eine große Tasche Wechselklamotten im Gepäckzelt deponieren könnte oder nur den kleinen Beutel, der dem Starterpack beilag. Leider war dieser wichtige Punkt den meisten anderen Läufern auch unklar, so dass viele sich nicht gleich nach dem Rennen umziehen konnten, was bei dessen Extremtemperaturen schon unglücklich war. Da sollte beim nächsten Mal für ein größeres Zelt und eine eindeutige Vorabinformation auch der Helfer an der Starnummernausgabe gesorgt werden – ansonsten gab sich die Orga keine Blöße.

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Big und Quick starten

Dann ging es also los: Auszug aus dem Festzelt bei Schneetreiben um den Gefrierpunkt, angeführt von Dudelsackspieler und schwer bepanzerten Rittersleuten, die aber leider nicht mitliefen – schade – der Laufbericht hätte uns brennend interessiert. Dann ging es die 3 km rüber zur Startwiese, wo wir nochmals gut 20 min auf den Startschuss warteten. Schon dabei bewährte sich unsere ballamäßige Ganzkörpervermummung, während um uns bereits das große Zittern begann.

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Wasserkontakt

Countdown gab’s keinen, sondern einen lauten Knall und schon war alles in Bewegung. Das erste “Kriechhindernis” aus dünnen Bändchen wurde dann leider auch praktisch überrannt, denn jeder wollte sich endlich wieder warmlaufen. Doch die beiden Wassergräben mit ihren senkrechten Böschungen zwangen viele gleich zu eisiger Abkühlung bis eine der stets ausgestreckten helfenden Händen auch ihnen heraushalf.

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Schlammrutschen

Hilfsbereitschaft und Kameradschaft zeigten sich so gleich zu Beginn und wärmten unsere Herzen, während unsere Füsse bei der nachfolgenden Saalefurt regelrecht schockgefrostet wurden.

Doch die folgenden Anstiege brachten die Waden nur allzu schnell wieder zum glühen. Richtig spaßig wurde es im Slalomparcours einer ansteigenden Mulde. Hier konnten wir auf unseren Hosenböden jeweils mit Karacho zu Tal rutschen.

Trotz dieser Spezialtechnik bremsten wir unseren Newbie zusehends aus, weshalb er uns schließlich bat, den Durchmarsch nach vorne allein wagen zu dürfen, was die Teamleitung natürlich zuließ. Ganz bis zur Spitze reichte es dann zwar nicht, aber am Ende trug unser Quick Balla das Balla-Banner gut 1 Stunde früher durchs Ziel als wir Altvorderen.

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Reifenlaufen

Dann also flugs zu Reifenausgabe und den Pneu nen km durch die Hügel geschaukelt – eigentlich ganz nett, wären da bei den Rutschpartien abwärts nicht ein paar fiese Steißbeinzertrümmerungssteine versteckt gewesen, welche die Veranstallter bestimmt am Tag zuvor noch vergraben hatte. Aaaaauuuu, warte, wenn wir diesen Kallinator erwischen.

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Korbhürden

Ich muss gestehen, mein Reifen ist mir sehr ans Herz gewachsen, doch schließlich hieß es Abschied nehmen und schon ging es in die Alpen.. nein den

Himalaya, oder so, jedenfalls aufwärts und weiter und weiter und höher und weiter… es wollte kein Ende nehmen. Dann hatte auch noch irgendein fauler Busfahrer seine Karre beim Ausladen mitten im Weg stehen lassen, so dass wir nur durch den Laderaum kriechend weiter kamen, und das mitten im Wald. Dahinter hatte jemand auch noch zig Palettenkörbe in den Weg gestellt, die auch nur wieder springend überquert werden konnten – also der Förster sollte echt mal aufpassen, was in seinem Wald so rumsteht! Wir mussten das sowieso – also aufpassen, denn beim Abstieg kam man auf dem fest getrampeltem Schnee nur allzu leicht ins Rutschen. Schließlich war es geschafft und nachdem wir noch eine Papiermüllpressquadermauer überklettert hatten, traten wir zusammen mit ein paar Racingcops den zähen Rückweg an.

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Papierburg

Hatte ich schon erwähnt, dass es kalt war, um nicht zu sagen sch…kalt? Nein? Na ist ja auch egal und so kämpften wir uns fröstelnd an der Saale entlang und zusehends schwächer weiter bis sich in Cumbach der Himmel öffnete und eine Familie vor ihrem Haus wunderbaren warmen Tee aus riesigenTöpfen ausschenkte und uns somit wieder die Moral für die letzten8 km zurückgab. Danke an euch, ihr wart unsere Rettung!

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Tee-Rettung

Aber oh Schreck statt dem dem netten Aufstiegsweg führte die Strecke nun über einen grässlichen, abschüssigen, total matschigen Pfad, der die Waden und die Nerven nochmal heftigst anspannte.

Doch schließlich kamen die Wassergräben in Sicht und nach 19 km Lauferei kam nun das, weswegen man sowas wohl eigentlich macht – die Hindernisse.

Und ob ihr es glaubt oder nicht, diese Kneippkur im Wassergrrben machte uns müde Männer wieder munter und brachte die Vorfreude auf das Kommende zum Vorschein. Davor hatte der Herr der Leiden (ja Herr Kalinowski, Sie sind gemeint) aber noch eine Runde Flutkatastrophegedächtnissandsacktragen gesetzt – oder

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Sturmbahn

war das erst nachher? Die Erinnerung setzt aus!

Ein Unikum auf jeden Fall die für Matschbekloppte reaktivierte Sturmbahn der NVA, hier hiess es robben, hangeln, springen, klettern. Bei akuter Unterkühlung wärmstens zu empfehlen, das absolute

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durch Feuer..

Highlight: Durchs Feuer gehen. Statt zu löschen liess es die teuflisch gute freiwillige Feuerwehr hier anständig lodern – Danke, dass ihr uns so richtig schön eingeheizt habt!

Solchermaßen vorgegart liefen wir dann zum Abschrecken im Freibad ein, wo wir nicht lange fackelten, sondern das Tauchen beherzt in Angriff nahmen. Jetzt zahlte sich das Tauchtraining im Ballaoutfit aus, denn kälter als in unserem Übungsteich haben sie das Rudolststädter Abklingbecken auch nicht bekommen. Die Stegüberquerung im

vollgewässerten Zustand gestaltete sich dann für uns Ballaveteranen durch die erhebliche Gewichtszunahme schwerer als gehofft und drohte bei aufrechter Körperhaltung zum zweiten Tauchgang zu werden.

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..und Wasser

Vierfüßig konnte dann aber doch das andere Ufer erreicht werden. Lob hier an unseren Jungspund, der eine Stunde zuvor aufrecht am Zielhafen eingelaufen war. Errrwwwwähhntte iiichh schh.. sschooon, dasss iiiirggendwwwie…vvveerddammmt kk… kkk… kaaallt waaar??

Gottlob gaben uns die nun folgenden Hindernisse die Möglichkeit, mit Kriechen und Klettern wieder wärmer zu werden, wobei ein eingenebelter Irrgarten als echte Innovation herausstach. Gorillas im Eis-Nebel sozusagen.

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Wasserlaufen

Und dann nach erneuter Saaledurchquerung waren wir endlich am Ziel unserer Ängste und Träume angelangt: dem Walk of Fame. Hier bewährte sich unsere Einsatzkluft nun auf Beste, denn 150m Kriechen auf Schotter, Beton und Sand machte uns mit Kniepads, Handschuhen, Schutzweste und Helm einfach ungetrübtere Freude als halbnackt. Unser Beileid und Respekt an jene, die das in dünnen

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auf der Pyramide

Sportklamotten durchstehen mussten. Die Dichte an phantasievollen Hindernissen war überwältigend und ließ wirklich keine Wünsche offen. Besonders lobenswert, dass alle zwei- oder sogar dreispurig ausgelegt waren, so dass nervige Staus im Endspurt von vorne herein ausgeschlossen waren. Ob nun Strohballen, Stangenkäfige, Panzer, Wasserwannen oder die gefürchtete Pyramide, alles war perfekt präpariert und motivierte uns, dafür das Letzte aus uns herauszuholen. Auch wenn das teilweise nicht mehr viel war. Und dass sich die beiden Hauptorganisatoren nicht zu Schade waren, auch noch Späteinläufern wie uns, die eine oder andere Hilfestellung anzubieten, spricht für sich und ihre positive Einstellung zu allen, die sich ihrer Herausforderung bis zum Ende stellten.

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walk of fame

Solchermaßen angestachelt nahmen wir die Eskaladierwände in bestem Räuberleiterteamwork und standen auch das schier nicht enden wollende Reifenhindernis durch. Aufgemuntert durch die freundlichen Kommentare des Stadionsprechers machten die letzten Hindernisse dann wieder so richtig Spaß: Über-, Unter- bzw. Durchklettern der Autowracks und Kleinpyramiden und der aufwändig konstruierte Netzkletterpark mit Schwebebalken, Feuerwehrstangen und Netzkletterbrücken – einfach Geil – ein echter Spaß. Also wenn man davon absieht, dass wir halt schon alle irgendwie völlig fertig waren, sagen meine beiden Kameraden.

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letzte Hürden

Nach GettingFun gabs mit den finalen Betonwänden zum überstemmen und U-Profilen zum durchgleiten noch mal ein ultimatives GettingTough und dann waren wir auf einmal durch, ganz völlig total endgültig durch – das Ziel! Nach GettingCold beim Start, GettingPneu mit den Reifen, GettingHigh in den Bergen, GettingDown auf dem Rückweg, GettingWet beim Tauchgang und GettingThrough im genialen Hindernispark nun also endlich – GettingTough. Mit Massivmedaille. Great!
Und wieder mit unserem wackeren Erstfinsher Quick Balla vereint, starteten wir die ultimative Auftauphase in der Sauna des Injoy. Nach diesem GettingHot gabs noch ein geniales Abschiedsfeuerwerk auf der Bleichwiese vor dem Festzelt.

Ziel

Im Ziel

Wow – GettingGreat bei GettingTough – da war wirklich für alle was geboten.

Vielen Dank an die Veranstalter, alle Helfer und Aktiven – ihr habt uns ein unvergessliches Erlebnis gegeben, macht weiter so – It’s getting great with GettingTough!

 

Kommentare: 6

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  • nix “Informant” -> Glaskugel

     
     
     
    • Danke fuer die Gruesse!

      Aber bleibt Dir ja auch nichts als raten, wenn Du Dich von unseren konspirativen Treffen in Ismaning einfach fernhalltst!

      Das naechste ist eine Woche bevor wir nach England zum Tough Guy fliegen. Kann man nur hoffen, dass es schoen kalt wird, so zur Vorbereitung…

      Bei Dir schau ich aktuell nicht mehr rein! Schau schon meine eigene Waage ungern an, da will ich Deine auch nicht sehen. Dennoch Glueckwunsch! Wirst uns also davonrennen, falls Du doch mal wieder nach ismaning kommst?

       
      • Ismaning passt dieses Jahr ganz schlecht zu meinem Kalender. Letzte Woche war ich in Hessen. Januar weiß ich noch nicht … schaunmermal – wenn, dann über Nachmeldung vor Ort. Ich mein: ab Januar hab’ ich ja ‘nen Trainingsplan *wichtig guck* Jawohl! Der möchte von mir, dass ich am 12.1. 15 Kilometer in 6:30 laufe. Das könnte ja sogar hinkommen und dazu passen. Bisschen schneller als der Trainingsplan sagt, ist sicher auch ok.

        Glaskugeln sind nicht zum Raten da sondern Hexenbeiwerk. Weiß doch jeder.

        Tough Guy also … ich lasse die Kugel besser bis hinterher in der Schublade.

         
  • Big Balla

    Frau kann sich selbst beitragen und bei dem Wahnsinn mitmachen. Mann und Frau könnten mit Invalidentrage unseren Balla Doc über die Ziellinie tragen. Auch die Hindernisse würde nochmal drei Kategorien interessanter, wenn man und Frau zu viert den fünften auf der Trage festgeschnallten über sie hinwegretten muss. Elite Sanis wäre mal ein neuer Einsatzauftrag und würde den Wahnsinne zu neuen Höhen treiben :-)

     
     
     
  • Inhaltlich kann ich zu diesem kompletten Wahnsinn ja nix beitragen. Was soll frau zu sowas auch sagen …? Möchte trotzdem kurz Grüße an die unbekannten und bekannten Ballas hierlassen und kund tun: ich freue mich auf die meist mündlich folgenden Episoden zu zusammengeketteten fast-Ertrinkenden o. ä. in den schriftlichen Berichten gern unterschlagenen wirklichen Dramen … Erstaunlich, dass bisher alle überlebt haben.

     
     
     
    • Hi Lizzy,
      Du hast wohl nen Informanten eingeschleust, der Dich mit Infos versorgt!?
      Ich hab’ dieses Mal auf die Inanspruchnahme von Rettungsdiensten verzichtet. ;-) Nur Thoraxprellung ziemlich am Anfang. Nach den ganzen Wettkämpfen dieses Jahr, darunter 3 x Mara, hätte ich mehr erwartet. Ich war richtig schlecht. :-( Nach rund 20 km – noch vor fast allen Hindernissen – hätte ich aufgegeben, wenn mir nicht ein Mitstreiter die Leviten gelesen hätte.

      LG
      Balla Doc

       
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