Saturday, March 23, 2019
 

Sportscheck Trail Run München

Na das war mal spontan. Mittwoch Nachmittag kam die Mail, dass man sich am Donnerstag noch bis 19 Uhr zum 1. Sportscheck Trail Run im Olympiapark nachmelden kann. Und nicht wie sonst üblich mit fetter Nachmeldegebühr, sondern sogar ein paar Euro günstiger als vorab – dafür ohne T-Shirt. Als eifriger Stadtläufer habe ich davon ohnehin schon eine ganze Sammlung, so dass das zu verschmerzen war, und so entschieden Balla Doc und ich, doch noch mitzumachen. Quasi als letztes Training vor dem Wolfsman Run am Samstag.

Als wir ankamen liefen gerade die 3.3km (eine Runde) Läufer in’s Ziel – die besten um 12 Minuten. Nicht nur mit dem Olympiaberg mitten in der Strecke beeindruckend. Wir meldeten uns für die 10km nach und wohnten dem 6.6km Start bei – noch war es hell, aber bis zu unserem Rennen würde es dunkel sein, das war klar. Ich nutzte das letzte Tageslicht um ein kleines Video des gesamten Läueferfeldes für mein Projekt gratis-laufvideo.de aufzunehmen – vielleicht freut sich der eine oder andere Starter dran, beim Isarlauf gab es jedenfalls einige freudige Resonanz. Die ersten Videos sind online!

Die Strecke ist offensichtlich grösstenteils unbeleuchtet – mutig, aber Stirnlampen waren natürlich vorsichtshalber im Gepäck. Also ab mit den frisch gezogenen Startunterlagen in’s Parkhaus, balla-balla umziehen. Nachts über Stock und Stein, das schrie gradezu nach einem Knastausbruch, also hatten wir den fast schon klassischen orangen Overall eingepackt, dazu noch eine JAIL-Reflektorwarnweste, die ihre Premiere beim Indoortrail-Stirnlampenlauf hatte. So würden wir wenigstens auch von Leuten mit schwacher Stirnfunzel nicht überrant werden.

Wo auch immer die Zeit immer verschwindet, zurück am Coubertinplatz war es schon deutlich nach acht, um 20:30 sollte der Start sein. Der Moderator wies die Läufer grade nochmal auf die Gefahren der Strecke („grosse unbeleuchtete Steine“) hin, sehr beruhigend – längst nicht jeder hatte eine Lampe mit. Und wir machen uns Sorgen ob wir zur Zeitumstellung am 28.10. tief nachts nen Marathon auf schlecht beleuchteten Asphaltwegen hinbekommen… In letzter Sekunde nochmal die Speicherkarte der Mützenkamera ordentlich einlegen (die eh quasi nur schwarz filmen wird, aber gut) und los geht’s.

Gleich erstmal ne kleine Steigung hoch, dann schon die gefährlichen Steine, und ne Stufe und nen Graben. Das kann ja heiter werden, gedanklich überlege ich schon mal ob man den Wolfsman wohl auch mit Gehgips laufen kann. Aber soviel sei direkt verraten, es blieb verletzungsfrei, soweit wir mitbekommen haben auch bei allen anderen. Etwas über Wiesen und Wege, mal schräg, mal auf, mal ab, führt die Strecke irgendwann unerbittlich auf den Olympiaberg. Erst flacher, dann den steilen Kopfsteinpflasterweg bis fast zur Aussichtsplatform. Schon beim ersten Mal ging das richtig auf die Beine, und beim dritten Mal wurde diese Stelle klar zur Motivationsherausforderung. Vor allem, da sonst einfach niemand anfangen wollte zu gehen! Also wird hochgelaufen, wir sind schliesslich auf der Flucht.

Der Weg nach unten ist dann kaum weniger anstrengend, Kopfsteinpflaster, enge Serpentinen, kleine Zwischenanstiege, Treppe. Nach knapp 20 Minuten passieren wir das Ziel zum ersten mal – ein 6er Schnitt, schneller als erwartet. Dennoch nur ein paar Sekunden bei der Verpflegung verschwendet und nochmal in die Strecke. Das Läuferfeld dünnt sich aus, um nicht zu sagen läeuft uns im wesentlichen davon. Die untrainierten Couchpotatoes, die uns sonst ins Mittelfeld katapultieren, haben wohl die kürzeren Strecken gewählt. Auf der 10er sind wir mit dem 6er Schnitt eher weiter hinten dabei, aber mehr lässt uns in unserem eher schlecht trainierten Zustand der Olympiaberg nicht durchgehen. Immerhin können wir in Runde drei beim letzten grossen Anstieg noch ein paar überholen, das ist gut für die Motivation. Der Parcours ist schon fordernd, so dass wir uns letztendlich freuen mit ca. 59:30 doch noch immerhin unter der magischen Stunde zu finishen!

Im Ziel gibt es Bier, Wasser, Fruchtgetränk, Brezeln und Apfelstücke – damit lässt es sich leben! Zum Glück haben wir Pullover an der Garderobe abgegeben, sonst würden wir jetzt so stehend schnell erfrieren, die Sonne ist lange weg und man merkt, dass nicht mehr Sommer ist. Immerhin blieben die Füsse trocken, es war eben wirklich „nur“ ein Trailrun, kein Hindernislauf mit Wasserlöchern. Wir lassen uns auf der Siegerehrung noch kurz die deprimierenden Zeiten der erstplazierten vorhalten und gehen in der Gewissheit, wohl zumindestens die schnellsten (weil einzigen) in Kostümierung gewesen zu sein, zum Auto zurück.

Insgesamt soweit ganz spassig und mit der wirklich fairen Nachmelderegelung auch durchaus preiswert – das Parkhaus war etwas teuer, aber dafür kann ja der Veranstalter nicht wirklich was. Nur das Kopfsteinpflaster auf längeren Streckenabschnitten war doch etwas unangenehm – bei Regen wär das kein Spass gewesen, da bevorzugt man als Trailrunner dann doch eher matschige Wiesen. Das ganze Nachts zu machen ist auf jeden Fall eine interessante Variation, und wer das nicht will kann ja immernoch die 6.6km Distanz wählen. Dennoch wäre ein deutlicher Hinweis auf die unbeleuchtete Strecke in der Ausschreibung nicht schlecht – wir trafen einige die davon dann doch überrascht waren. Sportscheck plant auf jeden Fall weitere derartige Läufe, und gegenüber einem einfachen Stadtlauf ist das ja durchaus mal eine etwas forderndere Variation!

So – und jetzt geht’s an’s Packen für den Wolf! Zum Heulen!

 

Kommentare: 2

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  • Trailrun mitten in München ist ja ansich schon ziemlich irre – und dann noch mitten in der Nacht … gute Vorbereitung auf den Bestzeitenmarathon, bei dem man sich nichtmal sonderlich beeilen muss … verrückte Ideen und somit die Jail-Weste durchaus angebracht. Habt ihr auch Zwangsjacken im Programm?

     
     
     
    • Hi Lizzy,

      meine Bestzeitmarathon-Vorbereitung stolpert noch immer irgendwie, wird wohl für mich nicht der grandiose Erfolg… Muß erst langsam in die längeren (und schnelleren) Trainingseinheiten gehen.
      Was meinst Du mit „Habt ihr auch Zwangsjacken im Programm?“ Die hat man nicht, die haben sie uns einfach ohne zu fragen angezogen.
      Immerhin waren wir froh, daß wir wenigstens so etwas Sport machen durften.

      LG
      Balla Doc

       
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