Saturday, March 23, 2019
 

OOPS – Marathon!

Also sowas passiert mir ja sonst nicht… Mein hochindividuell zugeschnittener Marathon-Trainingsplan aus der Cornflakespackung (bzw. von der letzten Seite des BMW Lauftagebuches) sah für heute einen 30km Trainingslauf vor, locker. Da 15km hin und zurück die Isar lang aber doch etwas öde ist, hatte ich mir was originelleres überlegt und wollte von München bis Freising laufen und mich dort mit nem Bekannten zum Essen treffen….

Der hielt die Idee für balla-balla genug dass er mich dannach auch zur S-Bahn fahren würde, kurz bischen mit Google, Bing, Openstreetmap und GMap-Pedometer gespielt und Dürnast als optimalen Treffpunkt ermittelt. Weg ganz einfach – immer die Isar lang, bis A92, dann Brücke und grade hoch. Letzter km irgendwie über Forstwege, aber Sonntags wird einen da schon kein Traktor überfahren.

Also Traubenzucker, Energygels, Fisherman’s Friend Salmiak Todesstark und was man sonst noch braucht zusammengepackt und am frühen Nachmittag los. Locker – also so 6er Pace – war geplant, und lief die ersten 20km auch gut, Halbmarathon bei 2:04, danach etwas zäher. Aber irgendwie war auch die 30 noch knapp vor 3h erreicht. Dass es ein bischen länger werden würde war vom Kartenstudium her schon klar, 33-35 waren als machbar deklariert, doch was ich nicht bedacht hatte, plötzlich ging es Bergauf. Tut es entlang der Isar nie!!

Das Handy mit GPS hatte längst aufgegeben, hätte vielleicht nicht 3 Stunden MP3s hören sollen, der plötzlich auftretende Wald war dann wohl zuviel – rein telefontaugliche Reserve hatte ich vorsorglich aber mit. Aber zum Glück überall Wanderer, die einen fröhlich tiefer in den Wald schicken. Schilder die den nächsten Ort in 7km ankündigen holen mich auf den Boden der Tatsachen zurück – irgendwer war irgendwo falsch abgebogen.

Karte der Laufstrecke

letzter Teil der Strecke mit Höhenangaben

Den Bekannten in den Wald bestellen? Nach irgendwo Koordinate XY vom Forerunner? Immerhin war beim Berg wohl langsam der Gipfel erreicht, paar km bergab werden schon noch gehen. Nochmal nette Menschen, nochmal falsche Richtungsangaben, eigentlich hätte ich zur Staatsstrasse Freising-Allershausen gewollt, da findet man sich wenigstens irgendwie. Irgendwann zeigte der Garmin km 38 aber die Richtung wirkte noch immer nicht zielführend. Mit dem Gedanken das Training abzubrechen und zum Marathonlaufen zu wechseln hatte ich schon vorher gespielt – jetzt war es ausgemachte Sache. Was sind 4km wenn die Beine brennen und die Sonne untergeht? Mit grob 6er Pace ging es weiter, weiter, die Autobahn verschafft etwas Orientierung.

Dannach direkt Links, Endlich genug Wegweiser den Bekannten herzulotsen. Treffpunkt nächstes Kaff, kommt grob hin. Dank Stirnlampe die auch rotes Rücklicht spielen kann sogar ohne überfahren zu werden.

Fast Punktlandungsmässig treffen wir uns bei km 41.8, ich sag ihm dass ich noch 400m weiter muss wegen der Psyche. Er schaut komisch, ich laufe, 42.2, 4:17:50. Meine bisher einzige Marathonzeit um über 20 Minuten unterboten. Auf einem Traininglauf. Komplett BALLA BALLA, aber irgendwie schon OK. Nur blöd, dass ich eigentlich in meinem Leben nicht mehr als zwei Marathons laufen wollte – den ersten und den letzten. Jetzt kommt wohl noch der versehentliche dazu…

Neue persönliche Bestzeit - unbeabsichtigt

Euer Chief Balla, komplett Balla Balla.
Und nein, das ist kein Aprilscherz. Hab extra bis nach Mitternacht gewartet mit posten…

 

Kommentare: 9

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  • Wahnsinn. Ich hätte wohl irgendwann ein Taxi bestellt 🙂

     
     
     
  • xela

    Ein Bekannter hat mir gesagt, man kann im Garmin aber auch die geplante Strecke eingeben und das Gerät “führt” einen dann quasi. Das sei einfach und trivial.

    Ja Ja … so ist das… vielleicht sollte der Bekannte mal ein Ad hoc Workshop anbieten…

    Ich habe gehört, er sei ein echter Experte auf dem Gebiet.

     
     
     
    • „Ich habe gehört, er sei ein echter Experte auf dem Gebiet.“

      Ganz bestimmt.
      Wenn er nicht mal wieder mit leeren Akkus losläuft oder die Speicherkarte für die Cams vergißt, könnte das tatsächliche eine eindrucksvolle Demonstration werden. 😉

      LG
      Balla Doc

       
  • *HarHar* Sehr schön… *lach* Vorallem ist ja eine sehr beachtliche Zeit raus gekommen. Respekt. Mich würde noch interessieren bist du in Verkleidung gelaufen?

    Grüße -timekiller-

     
     
     
    • Ja, die Zeit hat mich dann schon auch gefreut. Gibt mir Hoffnung für das Projekt „Sub-4“. Als nächstes muss ich jetzt anfangen Steigungen zu trainieren, hab mir da ne Balla-Balla Idee in den Kopf setzen lassen…

      Verkleidung… Naja, zumindestens lief ich nicht in Sportklamotten (hab ich eh kaum), sollte ja Training sein. Stell Dir das Braveheartoutfit mit noch Jacke drüber statt dem Plastikpanzer vor. War temperaturmässig optimal, denn gegen Abend wurde es dann schon frisch. Und die vielen Taschen der ELITE-Jacke bieten genug Stauraum für Handys, Headset, Müsliriegel u.s.w… Flaschenhalter oder Trinkrucksack fehlt mir für solche Distanzen noch – hab quasi die ganze Strecke eine Wasserflasche in der Hand mitgeschleppt. Die letzten 20km eine fast leere…

      LG,
      Chief Balla

       
  • Big Balla

    Ja das kommt davon, wenn man von den ganzen Matschläufen gewohnt ist, mit Absperrband durch die Pampa von Hindernis zu Hindernis geleitet zu werden. Aber da haste ja wenigstens nicht noch die ganze Zeit Musik gehört, sondern dich wenigstens auf die Strecke konzentriert (natürlich nur wegen den vier Kameras).
    Aber klar, ohne Absperrband und GPS-Handy und nach 3h Dauergedudel fällt die gerätefreie Analogorientierung für technophile Menschen natürlich etwas schwerer aus, als für den normalen Wandervogel.
    Kleiner Tipp: Lass die Konserve stecken – und träller selbst ein Liedchen, das auf deinen Laufrythmus passt. Es gibt da wirklich prima Nummern für – kann ich aus eigener Erfahrung sagen, äh singen…
    Auf die Weise bleibt der Geist wach und die Orientierung auch ohne Nickelmetallhydrid sehr lange erhalten und man weiß hinterher sogar, wo man eigentlich vorbeigekommen ist. Gut – mit Kamera weiß mans daheim am Rechner dann auch wieder – aber halt nur, ohne Matschspritzer 😉

     
     
     
  • hähä – ich lach‘ mich schlapp!

    „für die Psyche“ *abroll* … komplett beknackt 😀

    Die Isar von Freising bis München bin ich auch mal gelaufen. Sich da zu verlaufen ist wohl echt ein Kunststück – und ich bin DIE Orientierungsniete schlechthin. Hab’s beim Skilanglauf geschafft, mich inner gespurten Loipe zu verlaufen und irgendwann in Gegenrichtung als GeisterSkiFahrerin unterwegs zu sein. Schafft auch nicht jede(r). Aber Freising-München und verlaufen? Das ist schon verschärft *wieher*

     
     
     
    • Hallo Lizzy, schön dass Du Dich zu den bekloppen verirrt hast… Klar für die Psyche! Ich lauf doch keine 41.8 km, was denn das für ne bescheuerte Distanz?!

      Ja danke auch für das Mitgefühl 😉 An der Isar lang bis Freising hätte ich auch geschafft, da ist ja… die Isar. Aber ich dachte ich bin schlau, kann ab der A92 einfach grade hoch über Land, bischen abwechslungsreicher. Und mit GPS im Handy kein Problem, und notfalls – grade hoch zur grossen Strasse, das geht immer. Dass es da noch ne zweite grosse Strasse aus Freising raus gibt, die zu weit nach unten führt, hatte ich halt nach 30 Kilometern laufen etwas verdrängt.

      Hab mal noch ne Karte oben eingefügt in der man auch die ungeplanten 100 Höhenmeter sieht. So ein kleiner unscheinbarer Wald – und dann ist da ne Zugspitze in der Mitte!

       
  • Balla Doc

    Wow! Beachtliche Leistung!

    Vor allem, wenn aus geplanten 30 km plötzlich 42 werden und das auch noch mit Steigungen, dann haut das ganz schön rein!

    Ein Bekannter hat mir gesagt, man kann im Garmin aber auch die geplante Strecke eingeben und das Gerät „führt“ einen dann quasi. Das sei einfach und trivial.
    Aber vielleicht ist Technik ja nicht so Dein Ding…

    Respektable Leistung und vor allem deutlichere Verbesserung!
    Nur Orientierungsmärsche und -läufe solltest Du vielleicht besser nicht leiten…

    Balla Doc

     
     
     
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