Monday, February 19, 2018
 

Der Wolf im Wolfspelz – Wolfsmanrun 2011

Alle angekommen – bis tief in die Nacht mit den Wölfen getanzt.

Die Entscheidung beim Wolfsman mitzulaufen war relativ spontan, so dass ich diesmal tatsächlich als einsamer Leitwolf ein Alleinteam gebildet habe. Immerhin zweifelsfrei balla-balla, und ich konnte einen Bekannten zumindest als nicht mitlaufenden Fotografen gewinnen – Danke an dieser Stelle!

BW Sportanzug

Um es kurz zu machen: es hat sich gelohnt! Ca. 11km Laufstrecke verteilt auf 2 Runden mit jeweils 26 Hindernissen, keine grossen Höhenunterschiede aber doch einige zu erklimmende Hügel boten alles, was man von so einem Lauf erwartet. Als Outfit kam ein klassisches leichtes Läuferdress aus dem Bundeswehr Feldanzug in Verbindung mit der sportlichen Funktionsfaser (Kevlar) Splitterschutzweste zum Einsatz. Ihr Vorteil: sie muss nicht erst nass werden um schwer zu sein! Sicherheitshalber blieb bei 22 Grad Aussentemperatur Winter befohlen, die langen Ärmel hatten bei Gestrüpp, Geröll und Gekletter aber auch ihre Vorteile.

Auf die Integration des bei erfahrenen balla-balla Läufern gefürchteten Stau-Hindernisses wurde vom Veranstalter übrigens nahezu vollständig verzichtet – es waren wirklich nur 1-2 Minuten die mal vor achtlos in die Landschaft geworfenen Autoreifen gestanden wurde – klasse! Hoffen wir, dass es so bleibt, wenn der Lauf nach seiner aus meiner Sicht sehr erfolgreich verlaufenen Premiere weiter wächst. Die Stimmung unter den Bekloppten und Zuschauern war jedenfalls super, und der Stahlwolf mit persönlichem Brandzeichen ist ein ungewöhnliches Andenken.

Aber der Reihe nach…


Vorglühen

Nach knapp zweistündiger Anreise (die Autobahn hatte das mit den staufreien Hindernissen nicht so drauf) erreichten wir das Zielgebiet. Nachdem es schon knapp vor dem Ende der angekündigte Startunterlagenausgabe war entschied ich mich für den näheren Besucherparkplatz, auch wenn das etwas mehr Laufen zum Duschen bedeuten würde. Aber zum Laufen war ich ja genaugenommen hier. Jedenfalls war ausreichend Platz auf einem Feld bereitgestellt um in akzeptabler Nähe zum Start ein Plätzchen zu finden

Auf dem Gelände war die Laufstrecke bereits durch jede Menge Absperrband zu erahnen, deutlich zu sehen auch die Matschbrühe in die es unweigerlich gehen würde. Da der Veranstalter aber ein Testen der Hindernisse ausdrücklich verboten hatte, widerstand ich der Versuchung da schonmal einen Köpfer rein zu machen – gut, vielleicht lag es auch daran, dass ich noch nicht umgezogen war. In jedem Fall war es gut so, denn bei der Startnummernausgabe hatte sich doch eine gewisse Schlange gebildet, die sich nur langsam vorwärts bewegte. Nachmelder wären klar schneller dran gewesen (zweiter Schalter ohne Schlange) – hier liesse sich sicherlich noch optimieren. Immerhin, aus dem Partyzelt drang etwas Stimmung in die wartende Menge, und man kam schon mit dem einen oder anderen Laufkollegen in’s Gespräch

Im Gespräch mit GT

Die Startunterlagen bestanden aus Startnummer, einem Armtransponder und einem Aufkleber der die Startnummer nochmal enthielt. Irgendeinen Infotext dazu vermisste ich etwas, aber zum Glück hatte ich auf der Webseite bereits gelesen, dass der Transponder am Arm und nicht etwa am Bein zu befestigen sei. Der Rest des Tüteninhalts war eine Zusammenstellung aus Werbegeschenken der Sponsoren – die Flasche Jim Beam Grillsosse dabei das auffälligste. Wer genau schaute fand aber auch für den Lauf nützliches wie ein Tuch mit Insektenschutzmittel und Ohrstöpsel (für den Rock?).

So ausgestattet ging es zurück zum Auto, das Balla-Balla Outfit vervollständigen und den Rest wegpacken. Auf dem Weg noch kurz geschäftliches erledigen – sehr positiv, es waren definitiv ausreichend Dixies dafür bereitgestellt, das habe ich schon anders erlebt. Schnell noch die Startnummer an die Kevlar Schutzweste befestigt und die Kameras am Helm final fixiert, und dabei unweigerlich die Frage gestellt: Will ich wirklich damit laufen? Der Funktionswäschecharakter beider Kleidungsstücke zusammen beträgt immerhin ca. 6kg. Naja, Heul doch dachte ich mir und angezogen das Zeug

Als Wolf zwischen Wölfen

Auf dem Weg zurück Richtung Start fiel positiv auf, dass man zumindestens nicht der einzig bekloppte war. Neben einem Wolf im Schafspelz sah ich auch 5 Wölfe im Wolfspelz, einige Z-upermänner, und Teams die wir von anderen Läufen schon kannten. Bei den Racing Cops hatte die Gefahr aus dem Süden offenbar merklich Zuwachs bekommen, um beim Lauf die Kontrolle zu behalten liess Obercop Marc seine Truppe erstmal noch einige Liegestütze machen. Und haben Getting Tough da wirklich einen Baumstamm dabei?!

Zum Start blieben nur noch wenige Minuten, also im Startfeld unauffällig hinten einsortiert und die letzten Vorbereitungen begonnen. Etwas unglücklich war, dass der Startcountdown unvermittelt von „noch zwei Minuten“ auf „ach dann können wir eigentlich: 10… 9…“ wechselte, so blieb kaum noch Zeit die Kameras zu starten und wie ich später merkte hat es bei einer auch nicht richtig geklappt. Auffällig war, dass es beim Start nicht wie gewohnt an einer Messtelle vorbei ging – offenbar würden hier also keine individuellen netto-Zeiten gemessen. Da das Startfeld, getrennt in Leitwölfe wie mich und 20 Minuten später die Wolfsrudel aber einigermassen überschaubar war (gut 200 Leitwölfe plus 180 Rudelläufer) dürfte sich der Unterschied ohnehin nur im zweistelligen Sekundenbereich bewegen.

Nach einer kleinen Laufstrecke im Pulk ging es auch schon in die ersten Hindernisse. Ein paar Baumstämme zur Einstimmung, etwas Gelände, eine harmlose Schlammpfütze und die ersten Anstiege. Dann ein Klassiker – Betonröhren, mit 6 Stück absolut ausreichend um das Läuferfeld staufrei zu verkraften, kurz dannach der erste echte Anstieg. Erst in Runde zwei würde mir auffallen, dass es da am Rand ein Seil gab. Dannach zur Abkühlung gut 100m durch einen mit Ästen und Geröll bestückten Bachlauf, schön! Zwischendurch sah ich auch den Läufer von Getting Tough – der Kerl hatte wirklich den Baumstamm dabei! Prädikat: besonders balla balla – klasse!

Es folgen ein flacher Container, Reifen und Stroh, ein weiterer kleiner Anstieg und dann Das Loch AKA Wolfspfütze. Das Wasser steht bis zum Bauch, aber die unteren 2/3 bestehen aus Schlamm, so wurde jeder Schritt zum Sportprogramm. Dannach ein schön gross geratenes Reifenfeld klassischer Bootcamp-Bauart, wer hier geschickt weiterlief konnte doch einige Sekunden einsparen. Die als Hangelhindernis angekündigte Monkeys World war dann aber doch nicht wie befürchtet ein echtes Hangelhindernis, sondern in einem Gerüst gespannte Slacklines. Sich am Gerüst festhaltend waren diese mit etwas Geschick schnell überquert und es ging zu einem Highlight der Strecke: Blechschaden. Hier konnte der Mann im Wolfe sich austoben und über zwei Autos sowie über oder unter einem Panzer herklettern, da kommt Urbathlonfeeling auf.

Es folgt ein zu durchsteigendes Gitter mit Schnüren und eine angenehm lange Kriechstrecke, bei der sich hoffentlich wenigstens mein Feldanzug in seinem Element fühlte. Noch ein kleiner Sprung über eine Mauer und dann endlich die erste Verpflegungsstation. Es mag daran liegen, dass ich mich ja relativ warm angezogen hatte, aber über das Wasser war ich trotz der erst kurzen Strecke von bisher gut 2km wirklich froh. Ein nettes Mädchen konnte mir das Wasser reichen, ihr Kollege meinte es etwas zu gut und schüttete mir einen Becher über den Kopf. Das fand ich ebenso erfrischend wie meine Kamera – diese machte die nächsten Kilometer Unterwasseraufnahmen. Nach einer kleinen Watstrecke in intensiv aromatisierter Brühe folgte die einzige längere Laufstrecke mit einer leichten Steigung, insgesamt aber sehr angenehm.

An Ihrem Ende lauerte der befürchtete Stau vor zu durchkrabbelnden Reifen – allerdings standen hier nie mehr als eine Hand voll Läufern an, die entstehende Verzögerung gilt bei der Bahn noch nicht mal als Verspätung. Nun wurde der Kurs etwas Geländegängig, in mehrfachem auf und ab über Lehm und Matsch ging es in Serpentinen voran. Mittendrin lauerte das zweite Highlight unter den Hindernissen, wieder eine Kriechstrecke, aber diesmal am Hang – wirklich mal eine schöne Variation. Noch etwas auf und nieder, dann ein echter Klassiker, die Strohballenpyramide – allerdings in einer freundlichen Form mit angenehm erklimmbaren Stufen. Noch eine Kurve und ein Anstieg und man war im Ziel – nur dass man es noch nicht durchlaufen durfte, die GPS Uhr zeigte hier 5,4km, und die galt es nun nochmal zu bezwingen!

Fertig haben, sein und gepflegte Konversation

Nach immerhin unter eineinhalb Stunden kam ich ein zweites mal in’s Ziel und hatte fertig. Irgendwer – ich kann nicht mal mehr sagen ob es eines der angekündigen schönen Mädchen oder Jungs war – drückte mir einen Wolf in die Hand und der nächste ein Mikrofon vor den Mund. Die erste Frage überraschte – „Mann oder Frau?“ – aber gut, ich hatte neben dem Helm ja noch eine Sturmhaube und eine Sonnenbrille auf, so sei das mal noch verziehen. Immerhin, ich hatte noch genug Luft zum Plaudern, hatte ich doch sowohl im Hinblick auf den bevorstehenden Cross de Luxe nächstes Wochenende, als auch wegen spürbarer Ansätze von Wadenkrämpfen, nicht das letzte rausgeholt und auch auf einen echten Endspurt verzichtet. Da muss ich meinen inneren Schweinehund wohl noch etwas trainieren…

Im Gespräch mit GT

Dennoch – es war ein fordernder Parcours, mit 10km einer der kürzesten bei dieser Art von Event, aber was die Hindernisse anging muss er sich nicht verstecken. So ging ich zufrieden und von unten bis oben eingeschlammt erst mal noch ein wenig das Ziel beobachten – schön zu sehen hier das Team Racing Cops, das sich immer wieder komplett am Fusse des letzten Anstieges versammelte um weitere eintreffende Mitglieder durch’s Ziel zu begleiten. Auch die Läufer von Getting Tough traf ich beim Ziel nochmal und konnte nachprüfen, dass der gelbe Baumstamm nicht etwa aus Styropor war, sondern schon eher so 8k wog. In Summe vielleicht vergleichbar mit allem, was ich unnötig am Mann hatte – aber ganz klar unhandlicher – Respekt!

Auch mit einigen anderen kam ich in’s Gespräch, Balla Balla sein verbindet. Das nächste Event ist für doch einige der Wildsau-Run in Österreich in zwei Wochen, der wohl unter anderem durch einige Höhenmeter punktet. Der leichten Versuchung herauszufinden, ob man sich da immernoch anmelden kann, widerstand ich dennoch, und so blieb es beim Fazit, dass die meisten sich wohl zum BraveHeart Battle 2012 wieder sehen. Irgendwann fiel dann doch auf, dass wir hier alle immernoch patschnass in Schlammklamotten stehen, und das Projekt Duschen wurde generalstabsmässig durchgezogen. Durch die Parkplatzwahl am Anfang musste ich nun zwar erst in die falsche Richtung zum Holen der trockenen Klamotten, aber das Sportlerheim war auch nicht sooo weit in der anderen. Auch in der Dusche gab es keine Staus, wobei sich andere vielleicht auch nicht ganz so lange nach dem Lauf verquatscht hatten. Der Weg führte mich zweimal durch das Rockzelt, wo ich noch schnell den Wolf lasern liess. Nur Name und Datum wurden eingebrannt – es wird aber bereits daran gearbeitet in Zukunft auch noch die Laufzeit und evtl. Teamnamen zu plazieren. In jedem Fall ein ungewöhnlicheres Andenken, das durchaus alltagstauglich als Anhänger getragen werden kann.

Rock und Fazit

Frisch geduscht und getrocknet konnte es nun endlich zum entspannenden Teil übergehen – Essen und Musik. Es gab verschiedene Formen Tier (Wurst, Putenschnitzel, Hals) in Semmel, natürlich mit Jim Beam Sossen, sowie Donuts und weiteren Süsskram. Bis ca. 21 Uhr spielte Musik von der Radio Gong Bühne, dann wurde die für 22 Uhr vorgesehene Siegerehrung und Verlosung vorverlegt, was mir durchaus entgegen kam – schliesslich hatte ich noch über eine Stunde Heimweg vor mir.

Im Gespräch mit GT

Klare Ansage bei der Siegerehrung: mehr Wölfinnen wagen! Das einzige weibliche Wolfsrudel belegte in dieser Wertung konlurrenzlos den ersten Platz, da forderte der Veranstalter mehr Konkurrenz im nächsten Jahr. Die Ergebnisse sind inzwischen auch online, so dass ich sie nicht im Detail wiederhole. Nur so viel, der schnellste Läufer kam nach 50:41 in’s Ziel, da er aber Rudelläufer war teilten sich den ersten Platz der Läufer zwei Leitwölfe, die nach 53:33 gemeinsam durch’s Ziel gingen. Sportlich! Bei der anschliessenden Verlosung zeigte sich, dass doch nur noch grob 1/3tel der Läufer anwesend waren, es brauchte oft mehrere Versuche bis ein anwesender gezogen wurde. Letztendlich waren aber alle Preise an den Mann oder die Frau gebracht und die Party ging weiter.

Wie eingangs schon gesagt – insgesamt ein tolles Event, gut organisiert, ein klasse Publikum und auch angenehm viele Läufer die durch entsprechende Outfits den Spasscharakter in den Vordergrund stellten. Mir bleibt jetzt noch das Material meiner Kameras auszuwerten und einen Weg zu finden das hier einigermassen brauchbar zur Verfügung zu stellen – mal sehen! Wer glaubt ich könnte ihn aufgenommen haben kann sich gerne melden, dann schaue ich was ich raussuchen kann.

Und auch nochmal der Aufruf: wer Bilder vom Lauf gemacht hat bitte bei uns melden: bilder(at)balla-balla.org. Gerne verlinke ich hier Flickr, Picasa oder sonstige Galerien, und freue mich auch, falls jemand mich am einen oder anderen Hindernis schön erwischt hat über entsprechende Bilder per Mail. Bekloppter Soldat müsste ja aus jeder Perspektive eindeutig erkennbar sein…

Links (werden fortlaufend aktualisiert)

Erfahrungsbericht von Swen-William Bormann, der zwar als letzter in’s Ziel kam, aber Sieger der Herzen wurde
Bericht über die Teilnahme des Auto Zitzmann Wolfsrudels – Platz 1 der Rudelwertung
Längerer englischer Blogeintrag eines Franzosen (timothep) der mitgelaufen ist

Bericht im Forum der CaBaNauTen

Bilder

Unsere eigene Galerie mit schonmal einer kleinen Auswahl
Grosse Galerie auf rockfabrik.de – mit direkten Download Links! Klasse!
Bilderserie mit 18 Photos auf nordbayern.de
Flickrset von timothep (18 Bilder)
Flickrset von harryhaller1981 (54 Bilder)
eraffe.de Album von Flo (223 Bilder, gross Ansehen leider nur angemeldet)

eraffe.de Album von Freaky Spikey (191 Bilder, gross Ansehen leider nur angemeldet)

Videos

YT, HD, 13:34, Nürnberg Rams @ Jim Beam – WolfsMan Run 2011
YT, SD, 03:34, Team Never Walk Alone Nürnberg beim Wolfsman 2011
YT, HD, 01:47, Kurzes Video von martingoldmann, das einen guten Eindruck des Laufs vermittelt

 

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